Die Wahrheit über die Schublade: Symbole statt Position
Die Reihenfolge der Fächer in der Waschmaschine variiert je nach Hersteller und Modell. Vergessen Sie die alte Regel, nach der das Waschmittel immer links oder rechts eingefüllt wird.
Entscheidend sind einzig und allein die geprägten Markierungen in der Schublade: I, II und das Blumensymbol.
Das Fach mit der römischen Ziffer I ist ausschließlich für das Vorwaschmittel reserviert. Das Waschmittel gelangt von hier in die Trommel, bevor das eigentliche Hauptprogramm startet. Nutzen Sie diese Kammer nur, wenn Sie aktiv einen Vorwäsche-Zyklus auswählen.
Die Ziffer II steht für die Hauptwäsche. In diese Kammer füllen Sie das Pulver oder Flüssigwaschmittel für nahezu alle alltäglichen Waschgänge. Das Mittel wird genau zum richtigen Zeitpunkt eingespült, um den Schmutz effektiv zu lösen.
Das Symbol einer Blume, eines Sterns oder eines Blattes kennzeichnet das Fach für den Weichspüler. Hier gibt es im Inneren fast immer eine kleine Plastikabdeckung mit einer MAX-Linie.
Geöffnete Waschmittelschublade mit den Markierungen für Vorwäsche, Hauptwäsche und Weichspüler.
Weichspüler: Wann das dritte Fach tabu ist
Der Weichspüler wird vor dem Start in das Blumen-Fach eingefüllt und von der Maschine erst im letzten Spülgang verwendet. Die MAX-Grenze darf dabei niemals überschritten werden.
Ein Überfüllen löst den Saugmechanismus der Kammer zu früh aus. Das Pflegemittel fließt direkt zu Beginn der Wäsche in die Trommel, wird ungenutzt weggespült oder hinterlässt klebrige Flecken auf der Kleidung.
Weichspüler hat keine reinigende Wirkung und entfernt keine Flecken. Bei stark verschmutzter Wäsche bringt eine Extra-Dosis Weichspüler absolut nichts. Zudem ist er nicht für jede Textilie geeignet.
Verzichten Sie unbedingt auf Weichspüler bei folgenden Materialien:
- Handtücher: Der Weichspüler legt sich wie ein Film über die Fasern und zerstört die Saugfähigkeit.
- Sport- und Thermo-Bekleidung
- Stoffe mit atmungsaktiver Membran
- Mikrofaser-Putztücher
- Babykleidung und Textilien für Menschen mit extrem empfindlicher Haut
Fatale Verwechslungen: Was passiert bei falschen Fächern?
Einmaliges Vertauschen zerstört die Maschine nicht, ruiniert aber das Waschergebnis gravierend.
Landet das Waschmittel in Fach I, obwohl kein Vorwäsche-Programm aktiviert ist, dreht sich die Trommel nur mit klarem Wasser. Die Kleidung bleibt schmutzig und das ungenutzte Pulver versteinert in der Schublade zu einem harten Block.
Noch schlimmer ist Waschmittel im Blumen-Fach. Das Produkt wird erst ganz am Ende beim Spülen hinzugegeben. Es hat keine Zeit zum Reinigen und verbleibt als schmieriger, hautreizender Film auf der Kleidung. Hier hilft nur ein sofortiger, erneuter Waschgang.
Geben Sie Weichspüler fälschlicherweise in Fach II, wird dieser während der Hauptwäsche komplett herausgespült. Er verfehlt seine Wirkung völlig und blockiert obendrein die Reinigungskraft des regulären Waschmittels.
Viel hilft nicht viel: Eine Überdosierung aller Mittel führt zu extremer Schaumbildung, weißen Rändern auf dunkler Kleidung und massiven Rückständen in der Maschine. Die Menge muss immer an die Wasserhärte und die Wäschemenge angepasst werden.
Schimmelgefahr: So reinigen Sie das Fach richtig
Feuchtigkeit, klebriger Weichspüler und klumpendes Pulver bilden den perfekten Nährboden für schwarzen Schimmel und stinkenden Schlamm in der Schublade. Professionelle Wäschereien empfehlen eine gründliche Reinigung mindestens einmal pro Monat.
Ablagerungen blockieren den Wasserzulauf in der Maschine. In der Folge spült das Gerät die Mittel nicht mehr richtig ein. Die Wäsche kommt muffig aus der Trommel.
Ziehen Sie den Dosierer komplett aus der Maschine. In der Regel reicht ein leichter Druck auf die Plastikverriegelung im Weichspülerfach, um den Mechanismus zu lösen.
Zerlegen Sie die Schublade in ihre Einzelteile und gehen Sie wie folgt vor:
- Spülen Sie alles unter warmem, fließendem Wasser ab.
- Weichen Sie hartnäckige Reste für 15 Minuten in warmem Spülmittelwasser ein.
- Schrubben Sie enge Ecken und Kanten mit einer alten Zahnbürste.
- Befreien Sie alle feinen Löcher und Wasserkanäle von Verstopfungen.
- Trocknen Sie alle Teile restlos ab.
Gegen harte Kalk- oder Mineralablagerungen hilft Zitronensäure. Mischen Sie niemals chlorhaltige Reiniger mit Säuren, Essig oder anderen Reinigungsmitteln, da sonst lebensgefährliche Dämpfe entstehen.
Wischen Sie auch die leere Nische in der Waschmaschine gründlich feucht aus, nachdem Sie das Gerät vom Stromnetz getrennt haben. Achten Sie besonders auf die kleinen Wasserdüsen an der Decke des Einschubs, wo sich oft Schimmel sammelt.
Lassen Sie die Schublade und das Bullauge nach jedem Waschgang immer einen Spaltbreit geöffnet. So verdunstet die Restfeuchtigkeit sofort und Schimmel hat keine Chance zu wachsen.

