Warum Fernbedienungen ihren Geist aufgeben
Jeder kennt den Moment: Der Fernseher ist an, aber die Fernbedienung reagiert nicht mehr. Meist fangen wir an, die betroffenen Tasten einfach fester zu drücken.
Das hilft kurzfristig, zerstört auf Dauer aber die filigrane Mechanik im Inneren. Ein teurer Neukauf oder eine Universalfernbedienung scheinen oft die einzigen Lösungen zu sein.
Dabei ist der eigentliche Defekt fast immer banal. Eingedrungenes Hautfett oder abgenutzte Kontakte sind in den allermeisten Fällen die wahren Übeltäter.
Der Smartphone-Test für das Infrarot-Signal
Bevor Sie das Gehäuse öffnen, müssen Sie die Ursache genau eingrenzen. Tauschen Sie zuerst die Batterien gegen frische aus.
Richten Sie dann die Diode an der Spitze der Fernbedienung direkt auf die Kamera Ihres Smartphones. Drücken Sie eine der defekten Tasten, während Sie auf den Handy-Bildschirm schauen.
Sehen Sie auf dem Display ein schwaches, violettes Flackern, funktioniert die Elektronik noch tadellos. Das Problem liegt in diesem Fall direkt unter der Gummimatte der Tastatur.
So öffnen Sie das Gehäuse richtig
Die meisten Fernbedienungen sind heute geklippt und nicht mehr verschraubt. Entfernen Sie die Batterien und suchen Sie im Batteriefach nach versteckten Schrauben.
Nutzen Sie ein flaches Werkzeug aus Plastik, etwa ein Gitarren-Plektrum oder einen speziellen Spatel. Fahren Sie damit vorsichtig durch die seitliche Fuge des Gehäuses.
Hebeln Sie die beiden Hälften mit leichtem Druck auseinander. Achten Sie strikt darauf, die empfindlichen Plastiknasen im Inneren nicht abzubrechen.
Das Geheimnis der schwarzen Kontakte
Im Inneren finden Sie die grüne Platine und die Gummimatte mit den Tasten. Auf der Unterseite der Tasten sitzen kleine, schwarze Plättchen.
Diese bestehen aus leitfähigem Graphit. Wenn Sie eine Taste drücken, berührt dieses Plättchen die Platine und schließt den Stromkreis für den jeweiligen Befehl.
Mit der Zeit lagert sich ein feiner, öliger Film zwischen Platine und Gummi ab. Reinigen Sie die zickzackförmigen Kontaktflächen auf der Platine und die schwarzen Gummi-Plättchen gründlich mit Isopropylalkohol und einem Wattestäbchen.
Der Aluminium-Trick für abgenutzte Tasten
Manchmal reicht eine Reinigung nicht aus, weil die leitfähige Schicht auf den Gummistöpseln komplett abgerieben ist. Hier kommt der entscheidende Trick ins Spiel, der das Gerät rettet.
Nehmen Sie haushaltsübliche Aluminiumfolie und einen handelsüblichen Locher. Stanzen Sie kleine, perfekt runde Plättchen aus der Folie aus.
Geben Sie einen winzigen Tropfen Sekundenkleber auf das abgenutzte Gummi-Pad der defekten Taste. Kleben Sie das Alufolien-Plättchen mit der glänzenden Seite nach oben punktgenau darauf.
Alternativ können Sie die Gummikontakte auch mit einem weichen Bleistift (Härtegrad 2B oder weicher) kräftig anmalen. Das Graphit im Bleistift stellt die Leitfähigkeit ebenfalls wieder her, die Alufolie ist jedoch die deutlich langlebigere Lösung.
Zusammenbau und Testlauf
Lassen Sie den Kleber bei der Alufolien-Methode vollständig aushärten. Dies dauert in der Regel nur fünf bis zehn Minuten.
Legen Sie die Gummimatte exakt auf die Platine zurück und positionieren Sie das Gehäuse. Drücken Sie die Hälften zusammen, bis sie rundherum hörbar einrasten.
Legen Sie die Batterien wieder ein. Die behandelten Tasten schließen den Stromkreis nun wieder zuverlässig und reagieren auf den leichtesten Druck.
