Der Dauerläufer in der Küche
In jedem Haushalt gibt es unverzichtbare Geräte. Doch während Lampen oder Fernseher regelmäßig ausgeschaltet werden, läuft der Kühlschrank im Dauerbetrieb.
Genau diese Tatsache lässt viele Verbraucher glauben, dass es hier kaum Spielraum für Kostensenkungen gibt. Abgesehen vom Kauf eines hochgradig energieeffizienten Modells scheint das Einsparpotenzial auf den ersten Blick begrenzt.
Andrés Gil, Experte für den Strommarkt bei Octopus Energy España, widerspricht dieser Annahme deutlich. Sein Credo lautet: Da man das Gerät nicht ausschalten kann, muss man es schlichtweg besser nutzen.
Andrés Gil, Experte auf dem Strommarkt.
Energieeffizienz und intelligente Technik
Ein Kühlschrank verbraucht nicht ununterbrochen Strom. Er arbeitet in Zyklen und kühlt immer dann nach, wenn die Innentemperatur ansteigt.
Entscheidend für den Basisverbrauch ist das Energielabel. Laut Gil liegen die Stromkosten für einen Kühlschrank der Klasse A bei etwa 20 Euro. Ein ineffizientes Gerät der Klassen F oder G kann hingegen bis zu 80 Euro verschlingen.
Auch die verbaute Technik spielt eine große Rolle. Ein Inverter-Kompressor passt die Leistung an den tatsächlichen Kältebedarf an und vermeidet so teure Verbrauchsspitzen. Ein No-Frost-System verhindert zudem die Bildung von Eis, welches die Kühlleistung beeinträchtigen würde.
Die optimale Temperatur und der richtige Standort
Die wirkungsvollste Maßnahme ist laut dem Experten die Einstellung der korrekten Temperatur. Diese sollte im Kühlschrank konstant bei 4 bis 5 Grad und im Gefrierfach bei -18 Grad liegen.
Eine tiefere Temperatur macht Lebensmittel nicht länger haltbar. Sie zwingt lediglich den Kompressor zu unnötiger Mehrarbeit.
Zudem benötigt das Gerät ausreichend Platz zum Atmen. Zwischen der Rückseite des Kühlschranks und der Wand sollten immer 10 bis 15 Zentimeter Abstand bleiben. Nur so kann der Kondensator die entzogene Wärme effizient abgeben.
Fehler beim Befüllen vermeiden
Ein klassischer Fehler ist das Hineinstellen von noch warmen Speisen. Das Gerät muss in diesem Fall massiv gegensteuern, um die eingestellte Zieltemperatur wieder zu erreichen.
Ebenso kontraproduktiv ist ein stark überladener Kühlschrank. Doch auch das genaue Gegenteil schadet der Energiebilanz.
Einen Kühlschrank fast leer zu lassen, hilft nicht beim Stromsparen.
Die eingelagerten Lebensmittel wirken wie ein Kältespeicher. Eine gewisse Masse stabilisiert die Temperatur im Inneren, wenn die Tür geöffnet wird. Octopus Energy rät daher davon ab, den Kühlschrank fast leer stehen zu lassen.
Gil betont außerdem, dass die Türöffnungen so selten und kurz wie möglich gehalten werden sollten. Je mehr warme Luft eindringt, desto mehr Energie muss aufgewendet werden, um diese wieder herunterzukühlen.
Pflege als Schlüssel zum Sparen
Die regelmäßige Wartung ist genauso wichtig wie die alltäglichen Gewohnheiten. Staub auf dem Kondensator an der Rückseite wirkt wie ein Isolator und mindert die Kühleffizienz drastisch.
Auch verschlissene Türdichtungen sind heimliche Stromfresser. Durch sie entweicht kontinuierlich Kälte, was den Verbrauch unbemerkt in die Höhe treibt.
Ein letzter Rat des Experten betrifft kurzfristige Temperaturanpassungen. Wer den Kühlschrank für eine Party kälter stellt, um Getränke schnell zu kühlen, vergisst oft, ihn danach wieder auf den Normalwert zu regulieren. Eine regelmäßige Überprüfung der Temperatureinstellung schützt vor bösen Überraschungen auf der Stromrechnung.


