Knapp zwei Wochen nach dem Finale der XXL-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika geht der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auf direkten Konfrontationskurs zum Weltverband. Der Kern des Konflikts liegt in der massiven Kommerzialisierung und dem ignoranten Umgang mit der Gesundheit der Spieler.
Die aktuelle FIFA Infantino DFB Kritik entzündet sich vor allem am prall gefüllten Rahmenterminkalender für die kommenden Jahre. DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Sportdirektor Rudi Völler fordern ein sofortiges Umdenken an der Spitze der FIFA.
Warum der DFB jetzt die Reißleine zieht
Mit 48 Teams und 104 Spielen hat die WM in den USA, Kanada und Mexiko die physischen und mentalen Grenzen der Profis schonungslos offengelegt. Der DFB wirft Infantino vor, den Bogen überspannt zu haben.
Anstatt nach dem Turnier eine Erholungsphase einzuplanen, forciert die FIFA bereits die extrem aufgeblähte Klub-Weltmeisterschaft. Die deutsche Delegation kritisiert diesen Alleingang scharf.
Folgende Punkte stehen im Zentrum der Vorwürfe:
- Ignorierte Spielergesundheit: Die Belastungssteuerung existiert laut DFB-Spitze nur noch auf dem Papier.
- Mangelnde Transparenz: Entscheidungen über neue Turnierformate werden im engsten FIFA-Zirkel ohne echte Einbindung der nationalen Verbände getroffen.
- Finanzielle Diskrepanz: Die Verteilung der enormen TV- und Sponsorengelder aus der WM 2026 bevorteilt die FIFA-Reserven unverhältnismäßig.
Der schwelende Konflikt um die Macht im Weltfußball
Das Verhältnis zwischen Frankfurt und Zürich ist historisch vorbelastet. Schon bei der WM 2022 in Katar kam es rund um die „One-Love“-Binde zum offenen Eklat zwischen dem DFB und Gianni Infantino.
Im Sommer 2026 hat sich der Fokus verschoben. Es geht nicht mehr primär um symbolische Politik, sondern um die harte Währung des Sports: Spielzeiten, Ruhephasen und Mitspracherechte.
Der DFB sucht nun aktiv den Schulterschluss mit anderen großen europäischen Verbänden sowie der UEFA. Ziel ist es, eine gemeinsame Sperrminorität gegen künftige, alleingängige Beschlüsse des FIFA-Councils aufzubauen.
